Heilung und Regeneration in der Micropigmentation

Es ist wichtig, dass der Pigmentist den Heilungsprozess der Haut versteht. So kann er dem Kunden besser erklären, was bei der Mikropigmentation geschieht und wie man die pigmentierte Zone korrekt pflegt. Man versteht so auch besser, wie sich die Farbe in der Haut stabilisiert und welche Wirkung der Heilungsprozess auf die Endfarbe hat, die durch die Haut wahrgenommen wird.
Bei der Durchführung einer Mikropigmentation entsteht eine Hautverletzung. Die Haut zeichnet sich durch eine besondere Fähigkeit zur Regeneration aus.
Dieser komplexe Prozess der Wundheilung hängt von der Tiefe der Verletzung ab, je nachdem, ob es sich um eine oberflächliche Verletzung an der Epidermis oder eine tiefere Verletzung sowohl an der Epidermis als auch an der Dermis handelt. Sobald es zu der Verletzung gekommen ist, reagiert der Körper und leitet die Wundheilung ein (primäre / sekundäre Wundheilung).
Falls die Verletzung nur an der Epidermis ist, heilt die Haut in ein oder zwei Tagen. Falls die Verletzung durch eine Mikropigmentation verursacht wurde, ist die verursachte Verletzung etwas tiefer und greift sowohl die Epidermis als auch den oberen Teil der Dermis an, so dass der Heilungsprozess etwas länger dauert (erfahrungsgemäß kann von 3-5 Tagen ausgegangen werden).

ANWENDUNG UND REGENERATION

Die technischen Mittel, die benutzten Techniken und die gewählte Farbe in Verbindung mit der Pflege vor, während und nach der Behandlung und die anschliebende Kontrolle bestimmen entscheidend die Phasen der Heilung und Regeneration der pigmentierten Zone. Davon hängt letztendlich der Erfolg der Behandlung ab.
Anwendung

Während der Anwendung der Mikropigmentation kommt es zunächst zu einer „Verletzung“ der Epidermis und des Grenzbereiches der Dermis mit der Epidermis. Falls die Verletzung bis an die tiefere Dermis reicht, könnte es zu Reizungen, Blutungen und Schmerzen kommen. Ebenso findet ein erhöhter Pigmentverlust statt, verursacht durch die starke Schorfbildung und den Abtransport durch die Makrophagen, die umso aktiver sind, je tiefer die Verletzung an der Dermis ist. Durch Lymphe und Blut wird die einzubringende Farbe verdünnt und die Deckkraft nimmt ab. Bei jeder Art von Verletzung reagiert der Körper mit einer verstärkten Durchblutung, die meist als Verteidigungsphase bezeichnet wird. In diesem Prozess werden chemische Substanzen freigesetzt und er ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:

• Rötung
• Schwellung
• Wärme
• Schmerz

Die Zellen setzen eine chemische Substanz frei, das Histamin. Es erhöht den Blutfluss durch die Zone und die kapillare Durchlässigkeit (die Kapillargefäbe weiten sich). Diese Erhöhung des Blutstroms ist der Grund für die Rötung und das Anschwellen der betroffenen Zone. Diese Abwehr-Reaktion ist 30 Minuten nach dem „Eingriff“ intensiver und flacht dann ab. Durch eine Verkürzung der Behandlungszeit verhindert man also das sofortige „Abstoben“ des Pigments während der Anwendung und es wird besser zurückbehalten. Andererseits hängt das Schmerzempfinden davon ab, wie tief und wie lange die Nadel eindringt. Je tiefer und länger das Eindringen ist, desto gröber ist der Schmerz. Ebenso ist die Präzision der Nadelbewegung sehr wichtig. Diese hängt von der Qualität des verwendeten Apparates und der Geschicklichkeit des Pigmentisten ab. Je präziser die Bewegung ist, um so geringer die Blutung und die Reizung. Je sanfter also das gewählte Pigment implantiert wird und je schneller die Behandlung ist, umso weniger wird die Zone verwundet. So werden zu starke Blutungen und Reizungen verhindert.

HEILUNG

Die Heilungsphase beginnt sofort nach der Behandlung und dauert bei einer korrekten Durchführung nur kurze Zeit. Sie setzt den im vorherigen Abschnitt beschriebenen Abwehrprozess fort. Ein Teil des implantierten Pigments verliert sich während der Heilung in dem sich bildenden Schorf und fällt mit diesem nach außen ab, während ein anderer Teil durch die Makrophagen in den Stoffwechsel übergeht. Je kürzer die Heilungsphase, desto weniger Pigmentverlust. Es sollten auf jeden Fall die Anweisungen im folgenden Kapitel befolgt und die empfohlenen Produkte benutzt werden.

REGENERATION

Der epidermale Regenerationsprozess, der der primären Hautheilung unmittelbar folgt, endet ungefähr 30 Tage nach der Behandlung. Dann setzt sich das Pigment endgültig fest und die Partikel des Pigments, die zu weit oben oder zu weit unten implantiert wurden, werden abgebaut. Die Pflegemabnahmen und die Produkte, die in dieser Phase angewendet werden, sind entscheidend für den Behandlungserfolg.