Arbeitstechniken und Parameter: der Dermograph

BEWEGUNG DES DERMOGRAPHEN

Die Hand, mit der wir den Dermographen auf der zu pigmentierenden Zone bewegen, kann sich langsam, etwas schneller, schnell oder sehr schnell bewegen.
Die Bewegung der Nadel, die in ALLEN Geräten für die Mikropigmentation und Tätowierung die Implantierung durchführt, ist aufwärts und abwärts. Je häufiger die Nadel in die Haut eindringt, umso mehr Punkte werden implantiert. Das bedeutet, dass die Deckung / Dichte von der Geschwindigkeit des Dermographen abhängt.
•  langsame Bewegung = mehr Implantation
•  schnelle Bewegung = weniger Implantation

EINDRINGWINKEL

Das ist die Neigung, die wir wählen, damit die Nadel in die Haut eindringt. Die Eindringwinkel der Nadel in die Haut können 45º, 60º, 90º sein.

In den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts wurde häufig die Meinung vertreten, dass man immer senkrecht arbeiten sollte, und seitdem galt dies als Richtlinie, ohne dass man andere Möglichkeiten ausprobierte. Gegen Ende der Neunzigerjahre jedoch begannen erfahrene Pigmentisten neue Arbeitstechniken mit verschiedenen Winkeln auszuprobieren. Sie wurden zu den Begründern einer neuen Schule in der Mikropigmentation, weil durch verschiedene Winkelneigung neue Ziele erreicht werden können.
 

  senkrecht     im Winkel
Richtungsänderung     + Der Dermograph kann sich in alle Richtungen bewegen - Muss sich mit der vorgezeichneten Linie bewegen
Eindringfähigkeit  - Der Hautwiderstand ist größer, je mehr Nadeln benutzt werden + Geringerer Widerstand und leichteres Eindringen
Schmerz  - Die Nadel scheint nicht aufzuhören + Der Druck der Nadelbewegung ist nicht nach unten
Lymphfluss - Die Lymphe kann leicht aus dem vertikalen Kanal fließen, sie hat die gleiche Richtung wie der Druck der Schwellung + Weniger Lymphfluss und weniger Blutung. Der geöffnete Kanal bildet einen Winkel zum Druck von unten und schließt sogar den Kanal, sodass die Farbe innen bleibt
Farbabsorption     - Schwieriger (Widerstand) + Einfacher
Leuchtkraft der Farbe  - Ein Pigment lagert sich über das andere, weniger Glanz und weniger einheitlich     + Die Pigmente lagern sich nebeneinander. Das ergibt mehr Leuchtkraft und es wirkt einheitlicher.

 
TIEFE DES EINDRINGENS

Die Technik kann auf drei verschiedenen Tiefen des Eindringens durchgeführt werden, mehr an der Oberfläche (epidermal), mittel, sodass die Zone um die Basalmembran erreicht wird und tief, so dass der Großteil des Pigments in der zweiten Hautschicht angelegt wird.




Nadellänge Länge des Eindringens

Es gibt kein Rezept für den augenblicklichen Erfolg. Vor allem die Anfänger wissen nicht genau, wo die perfekte Tiefe des Eindringens liegt. Pigmentisten mit längerer Erfahrung wissen (spüren und sehen) genau, wie aufnahmefähig die Haut ist, und sie wissen auch, wann ein Pigment gut implantiert ist.

Es gibt viele Aspekte, die Absorption des Pigments in der Haut beeinflussen:
• Die Struktur der Epidermis (je dicker sie ist, umso tiefer muss die Nadel eindringen).
• Je weniger elastisch die Dermis ist, umso leichter dringt die Nadel ein.
• Je elastischer die Dermis ist, umso weniger dringt die Nadel ein (die Nadel prallt an der Haut ab, vor allem dann, wenn der Dermograph 90°senkrecht und nicht schräg gehalten wird).
• Hauttypen (Poren). Eine Haut mit geschlossenen Poren absorbiert die Farbe leichter als eine Haut mit geweiteten Poren (pH-Wert und Fettgehalt der Haut).

Es gibt Normen in der Pigmentation, die sich auf die Tiefe des Eindringens beziehen:
• Falls die Farbe im Inneren der Haut heller und pudriger ist als die gewählte Farbe, wurde zu oberflächlich implantiert.
• Falls die Farbe gräulich und leblos wirkt, wurde zu senkrecht implantiert.
• Falls die Farbe zu gräulich und dunkel wirkt, wurde zu tief implantiert.
• Falls die Linie feiner ist als die gewählte Farbe, wurde nicht tief genug implantiert.
• Falls die Linie dicker ist als die gewählte Nadel, wurde der Dermograph flach zur Linie gehalten, die Gerätegeschwindigkeit zu hoch oder die Handstückführung zu langsam ausgewählt.

An einem guten Gerät kann man die Länge der Nadel einstellen. Das ist sehr wichtig. Dann hängt es davon ab, wie viel von der Nadel der Pigmentist über der Haut sehen muss, um die Zeichnung genau zu verfolgen. Professionelle Pigmentisten benötigen höchstens 1/2 bis 1 Millimeter sichtbarer Nadel. In die Haut führen sie zwischen 1/4 und einem 1/2 Millimeter ein (das hängt von der Hautstruktur ab).